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Lamas und Alpakas

Wissen, Haltung, Nutzung, Tierschutz

Lamas und Alpakas in der Geschichte

Lamas und Alpakas sowie Guanakos und Vikunjas sind südamerikanische, höckerlose Kleinkamele, die unter dem Oberbegriff „Neuweltkameliden“, Kamele aus der Neuen Welt, zusammengefasst werden.

Neuweltkameliden haben mit den Altweltkameliden (Trampeltier und Dromedar) gemeinsame Vorfahren, die sich vermutlich vor etwa 40 Millionen Jahren in Nordamerika entwickelt haben. Von dort wanderten die Ahnen der heutigen Altweltkameliden über die Landbrücke im Bereich der Beringsee nach Asien. Die Vorfahren der Neuweltkameliden zogen über die Landenge von Panama nach Südamerika und entwickelten sich dort zu den heute bekannten Arten.

 „Man nimmt an, dass die frühen Kulturen Südamerikas bereits vor 6.000 bis 7.000 Jahren in den Zentralanden Perus mit der Domestikation von Lamas und Alpakas begonnen hatten.“

Lamas wurden aus dem Guanako in erster Linie als Tragtier gezüchtet. Das Alpaka züchtete man als Wolllieferant aus dem deutlich kleineren Vikunja, das die feinste Wolle aller Wolle liefernden Säugetiere besitzt.

Altwelt- und Neuweltkameliden gehören zur Klasse der Säugetiere und hier zur Ordnung der Paarhufer und zur Unterordnung der Schwielensohler.

Wesen von Lamas und Alpakas 

Neuweltkameliden sind sehr soziale Herdentiere mit ausgeprägter Rangordnung. Ein Tier darf nie alleine gehalten werden. Es können gut Hengste und/oder Wallache – aber ohne Stuten – oder Stuten in einer Herde mit Wallachen zusammen gehalten werden. Vor allem junge Hengste müssen in ihren ersten zehn Lebensmonaten – dann endet die Prägephase der Fohlen – in Ruhe gelassen werden. Ein zu enger Kontakt mit Menschen in dieser Zeit fördert die Fehlprägung der Fohlen und führt dazu, dass der ausgewachsene Hengst später, nach dem Erreichen der Geschlechtsreife zum Menschen keinen Abstand wahrt. In solchen Fällen kommt es zu ernsthaften Angriffen des fehlgeprägten Hengstes gegen den Menschen.

Es ist zu beachten, dass Neuweltkameliden Fluchttiere und keine Kuscheltiere sind. Je nach Charakter und Training dulden einige Tiere Berührungen durch den Menschen, manche finden sie sogar sehr angenehm, aber grundsätzlich sind es keine Kontakttiere, die die menschliche Nähe suchen.

Lamas und Alpakas

Das Lama

„Lamas sind mit einem Stockmaß von 100 – 120 cm größer als Alpakas, haben einen geraden Rücken und mit der Spitze nach innen gebogene, bananenförmige Ohren. Ihr Gewicht variiert zwischen 100 – 250 kg.
Lamas vom Typ Classic haben am Kopf, Hals und Beinen keine starke Bewollung. Lamas vom Typ Wooly sind dagegen am ganzen Körper stark bewollt.“ 
Selten gibt es auch Lamas vom Typ Suri. Sie tragen Wolle, die in langen Strähnen vom Mittelscheitel aus zu Boden fällt.
Die Lebenserwartung von Lamas beträgt bei guter und stressfreier Haltung über 20 Jahre. (Kompass)

Das Alpaka

„Alpakas sind mit einem Stockmaß von 75 – 100 cm kleiner als Lamas, haben ein abfallendes Becken und speerförmige Ohren. Ihr Gewicht variiert zwischen 55 – 90 kg.

Alpakas vom Typ Huacaya haben ein dichtes, fülliges Vlies. Alpakas vom Typ Suri haben Zapfenlocken, die in langen Strähnen zu Boden fallen.“ [6]

Die Lebenserwartung von Alpakas beträgt bei guter und stressfreier Haltung etwa 20 Jahre. (Kompass)

Lamas und Alpakas

Warum hält man Lamas oder Alpakas?

Hobby

Landschaftspflege

Einsatz in tiergestützten Aktivitäten, z.B. Wandern

Begleittier in der tiergestützten Invervention, z.B. Therapie

Faserlieferanten

Lamas und Alpakas werden als Freizeit- und Nutztiere gehalten. Ihr ansprechendes Wesen und ihre angenehme Art begeistern immer mehr Menschen. Sie werden mit großem Erfolg im Rahmen von tiergestützten Aktivitäten eingesetzt und eignen sich hervorragend als Pack- und Begleittiere bei Trekking- und Wandertouren. Auch in der tiergestützten Therapie finden Lamas und Alpakas große Anerkennung. Packtiere sind nur die Lamas, nicht die Alpakas.

Lamas und Alpakas sind als Schwielensohler und aufgrund ihres Fressverhaltens Boden schonende Landschaftspfleger. Sie produzieren eine wertvolle Wolle.

Die Nutzung von Neuweltkameliden zur Lebensmittelgewinnung war und ist nicht das Ziel. Der Verein der Züchter, Halter und freunde von Neuweltkameliden e. V. distanziert sich davon, Neuweltkameliden zur reinen Lebensmittelproduktion zu halten und zu vermehren.

Die gewerbsmäßige Arbeit mit Neuweltkameliden erfordert die Beachtung zusätzlicher Auflagen. Der Besuch eines Grundkurses zur Haltung von Lamas und Alpakas ist sehr empfehlenswert. Bei gewerblicher Haltung ist der Erwerb des Sachkundenachweises Pflicht.

Der Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e. V. bietet einen Kurs an, der als gleichwertiger Ersatz zum Fachgespräch mit dem Amtsveterinär angesehen werden kann: www.nwk-akademie.de

Haltung und Pflege

Wenn man sich für die Haltung von Neuweltkameliden entscheidet sollte vorab geklärt werden ob man alle nötigen Anforderungen für Haltung, Weide, Unterstand/ Stall, Zaun, Wasser und Futter sowie die nötige Pflege wie Nägel schneiden oder Scheren auch erfüllen kann.

Lamas und Alpakas

Haltung

Pflege

Die hier dargestellten Punkte dienen nur dazu, einen Überblick zu bekommen. Weiterführende Informationen, vor allem wenn man sich Tiere anschaffen möchte, findet Ihr zum Beispiel im NWK-Kompass.

Tierschutz

Da sich Neuweltkameliden auf Grund ihres ruhigen Wesens und ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten immer größerer Beliebtheit erfreuen muss auch dem Tierschutz eine immer größere Bedeutung zugeschrieben werden.

Ein Nothilfe-Lama/-Alpaka ist ein Tier das leidet, weil sein Besitzer kein Geld, keine Zeit, kein Interesse oder nicht das nötige Wissen für seine Haltung hat.

Ziele des Vereins hierbei sind
– eine schnelle Hilfe für in Not geratene Tiere damit sie in einer artgerechten Haltung untergebracht werden können
– die Beratung von Privatpersonen bei der artgerechten Haltung und Pflege von Neuweltkameliden
– sowie die Beratung von Tierärzten und Amtsveterinären über die Vorrausetzungen und Bedürfnisse von Lamas und Alpakas für eine artgerechte Haltung
– Langfristig auch die Unterstützung der Amtstierärzte bei fortgenommenen Tieren

Die dafür nötigen Strukturen befinden sich im Moment im Aufbau und werden zeitnah detaillierter vorgestellt.

Unsere Kurse

Jede Weiterbildung dient dazu, seine Tiere gesund und artgerecht zu halten.

Der Verein bietet eine Vielzahl verschiedener Kurse an, mit dem Einsteiger das nötige Wissen erhalten können oder sich als langjähriger Halter weiter fortzubilden.

www.nwk-akademie.de