Haltung

Weide

 

Die Weide stellt für die Neuweltkameliden das Freizeitgelände dar. Sie ist zwingend einzuzäunen. „Als Mindestfläche ist für Tiere, die älter als 6 Monate sind, eine Fläche von 1000 qm für die ersten beiden Tiere vorgeschrieben. Für jedes weitere Tier sollte dann zusätzlich eine Fläche von 100 qm zur Verfügung stehen. Da Lamas und Alpakas Fluchttiere sind, möchten sie sich auch mal so richtig austoben. Mehr Weidefläche kann also nie schaden.“ (Wissenswertes über L&A)

Auf der Weide können sich Lamas und Alpakas frei bewegen.
Das Halfter ist auf der Weide grundsätzlich abzunehmen.

Unterstand/Stall und Zaun

 

Beim Errichten von baulichen Anlagen, wie Unterstände und Zäune, müssen das zuständige Baurecht und Naturschutzrecht des jeweiligen Landes bzw. Bundeslandes beachtet werden.

Eine ausschließliche Stallhaltung von Neuweltkameliden ist nicht artgerecht. Lamas und Alpakas können zeitweise, z. B. aus Witterungsgründen, aufgestallt werden. In diesem Fall soll aber darauf geachtet werden, dass sich die Tiere innerhalb des Stalles frei bewegen können und ausreichend Platz haben (Laufstallhaltung).

Neuweltkameliden sind Fluchttiere und haben deshalb einen ausgeprägten Bewegungsdrang, dem immer Rechnung getragen werden muss.

Es reicht sogar ein Unterstand, der den Tieren einen zugfreien und trockenen Platz als Schutz vor Regen, Schnee, Wind und Sonne bietet. In diesem Unterstand muss allerdings genügend Platz sein, damit alle Tiere dort Zuflucht finden können. Zwei Quadratmeter je Tier sind die Mindestanforderung. Ist im Unterstand zu wenig Platz, müssen die rangniedrigen Tiere draußen bleiben. Das muss vermieden werden. Der Boden muss eben, rutschfest und trocken sein.

Zaun

 

Zäune haben bei der Haltung von Neuweltkameliden einen ganz besonderen Stellenwert.

Lamas und Alpakas lassen sich nicht wie Kühe oder Schafe durch eine Zaunlatte oder eine Litze mit Strom in ca. 60 cm Höhe aufhalten. Auf Grund ihrer großen Sprungkraft stellen diese Zäune keine echten Hindernisse dar.

Als Zäune können Wildzäune und Knotengeflecht oder auch Holzzäune verwendet werden. Stromführende Zaunlitzen stellen kein Hindernis dar. Neuweltkameliden spüren durch ihre Mähne den Strom in der Regel nicht, heben die Litzen an und gelangen so außerhalb der Einzäunung.

Als ausbruchsichere Zaunhöhe gelten für Lamas 160 cm, für Alpakas 140 cm. Stacheldraht ist wegen der Verletzungsgefahr abzulehnen.

Wenn ihnen auf der Weide ausreichend Futter zur Verfügung steht oder in der Raufe genügend angeboten wird und sie nicht durch jagende Hunde oder Wildschweine in Panik versetzt werden versuchen Neuweltkameliden in der Regel nicht auszubrechen.

Aber alleine schon aus versicherungstechnischen und Unfall vermeidenden Gründen sollte man kein Risiko eingehen und die Zäune vorschriftsmäßig bauen.

Hin und wieder kommt es vor, dass Lamas oder Alpakas unter dem Zaun hindurch kriechen anstatt drüber zu springen. Das fordert zusätzliche Fixierungen des Zaunes am Boden durch Eingraben, Zelthäringe oder Ähnliches.